Veränderung: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Landwirtschaft in Bayern aus? „Profil“ hat Peter Doleschel vom Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft gefragt.
Anzeige
Anzeige
Hier geht’s direkt zu den beiden Banken
Raiffeisen-Volksbank Ries: Das Blatt auf den Agrarmärkten hat sich zum Positiven gewendet
Michael Deibler wird nicht widersprechen, wenn man feststellt: Das Geschäft mit den Landwirtschaftskunden brummt bei der Raiffeisen-Volksbank Ries. „Die Landwirte investieren wieder mehr. Was wir gerade an Stallanlagen für Milchvieh und Rindermast, aber auch für Ferkelaufzucht und Muttersauen sowie für Ausgaben in Maschinen finanzieren, übersteigt das Investitionsaufkommen der vergangenen zehn Jahre bei weitem“, sagt der Leiter Gewerbe, Agrar und Erneuerbare Energien bei der Kreditgenossenschaft mit Sitz in Nördlingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Michael Deibler, Leiter Gewerbe, Agrar und Erneuerbare Energien bei der Raiffeisen-Volksbank Ries. Foto: RVB Ries
Es ist noch nicht so lange her, da hatten die Landwirte mit historischen Tiefstpreisen zu kämpfen, die ihnen von den Weltmärkten diktiert wurden. „Das hat die Landwirtschaft schwer belastet“, sagt Deibler. Doch die Corona-Pandemie und der Einmarsch Russlands in der Ukraine wirbelten die Lieferketten durcheinander und trieben die Preise für Agrarprodukte nach oben – schlecht für die Verbraucher, aber ein Segen für die Landwirtschaft. „Das Blatt auf den Märkten hat sich glücklicherweise gewendet. Das hat die Landwirtschaft beflügelt. Wir sehen bei vielen Betrieben hervorragende Bilanzen“, berichtet Deibler.
Den finanziellen Spielraum nutzen die Betriebe, um sich in allen Bereichen zukunftsfähig aufzustellen. „Die Landwirte investieren in neue Maschinen, Hallen, Ställe und auch in Ackerland. Viele Erbengemeinschaften veräußern das Land, wenn der Hof aufgegeben wird. Dieses Land wird fast immer von anderen Landwirten erworben, deswegen gehört auch das zu unseren Finanzierungsschwerpunkten“, erläutert Deibler. Der Leiter Agrar berichtet nicht ohne Stolz, dass der Marktanteil der Raiffeisen-Volksbank Ries bei den Agrarkunden in ihrem Geschäftsgebiet bei deutlich über 90 Prozent liegt.
Bank investiert in Personal und Know-how
Dafür hat die Bank aber auch massiv in Personal und Know-how investiert. Auslöser war der Boom bei den Biogasanlagen, von denen das Institut in seinem Geschäftsgebiet sehr viele finanziert hat. „Angefangen haben wir mit zwei Personen, mittlerweile sitzen in unserer Abteilung sieben Frauen und Männer, die mit ihrer Expertise die Bereiche Gewerbe, Agrar und erneuerbare Energien abdecken“, berichtet Deibler. Die Bereiche Agrar und erneuerbare Energien zusammenzufassen, ergebe durchaus Sinn. „Die Biogasanlagen werden zu 90 Prozent von Landwirten betrieben.“
Die Bank betreue aber nicht nur klassische Ackerbaubetriebe, sondern auch viele Tierhalter. „Das Ries ist in Bayern als Kornkammer bekannt, aber wir haben in unserem Geschäftsgebiet auch einen hohen Tierbestand. Die Schweinehaltung überwiegt, doch wir haben in der Region auch zwei namhafte Molkereien, deshalb gibt es auch viele Milchviehbetriebe in unserer Region“, berichtet Deibler.

Michael Deibler (re.) und ein Teil seines Teams bei der Besichtigung des Heizhauses der Nahwärme Alerheim-Mitte eG. Die Finanzierung erneuerbarer Energien fällt ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich von Michael Deibler und seinem Team, da es viele Überschneidungen mit dem Agrarbereich gibt. Foto: RVB Ries
Die Bank sieht sich dabei nicht nur als Finanzierungspartner, sondern als aktiver Lebensbegleiter der Landwirte. „Neun von zehn Terminen finden draußen beim Landwirt statt und nicht in der Bank, deswegen bekommen wir auch sehr viel mit, was die Kunden umtreibt“, sagt Deibler. Die von der Raiffeisen-Volksbank Ries betreuten Betriebe blieben bislang von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest (ASP) oder der Blauzungenkrankheit verschont. Trotzdem treibt das Thema die Landwirte um, denn wenn die Behörden auf einem Hof zum Beispiel ASP feststellen sollten, dann greifen sie rigoros durch, um die Seuche einzudämmen. Im schlimmsten Fall steht der ganze Betrieb still. Immer mehr Landwirte sichern sich gegen solche Szenarien ab, genauso wie gegen Schäden durch Unwetter, deren Intensität wegen des Klimawandels vielerorts zunimmt. „Die Absicherung gegen Ertragsausfälle ist ein ganz wichtiges Thema. In diesem Bereich sind wir sehr stark unterwegs. Eine Kollegin kümmert sich ausschließlich darum“, berichtet Deibler. Während es früher üblich war, sich nur gegen Ernteausfälle durch Hagel abzusichern, wird inzwischen immer häufiger auch Sturm mitversichert.
Fachlich immer auf der Höhe
Deibler legt Wert darauf, dass sein Team fachlich immer auf der Höhe ist, was die aktuellen Themen der Landwirtschaft betrifft. „Wir sind sehr stark auf landwirtschaftlichen Veranstaltungen vertreten, etwa vom Bayerischen Bauernverband, vom Amt für Landwirtschaft oder vom Maschinenring. Wir gehen auch deutschlandweit auf Agrarmessen, um zu sehen, welche Innovationen es zum Beispiel im Maschinenbereich gibt. So wissen wir immer über die aktuellen Themen Bescheid und wir sind auf diesen Veranstaltungen auch bekannt“, berichtet Deibler. Wer als Banker Landwirtschaftskunden betreut, müsse mehr draufhaben als Finanzierungen. „Ich setze bei den Kolleginnen und Kollegen meiner Abteilung voraus, dass sie sich mit den Themen der Landwirte identifizieren und verstehen, welche Sorgen und Nöte sie umtreiben, sei es mit behördlichen Auflagen oder Dokumentationen. Sie müssen auch verstehen, dass sich bei Landwirten nicht alles um Finanzierungen und Bilanzen dreht, sondern dass sie eigentlich ganz andere Aufgaben haben.“

Digitale Agrartechnik auf der Messe Agritechnica in Hannover, nach eigenen Angaben Weltleitmesse für Landtechnik: Auch Michael Deibler und sein Team besuchen Messen wie die Agritechnica, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Foto: DLG
Wenn die Bank wisse, wo die Probleme der Landwirte liegen, könne sie diese gezielt entlasten, zum Beispiel bei der Steuer. „Wir arbeiten mit fünf Steuerbüros zusammen, die bestimmt 80 bis 90 Prozent unserer Kunden vertreten. Wir tauschen notwendige Unterlagen direkt mit diesen Steuerbüros aus, dann muss sich der Landwirt nicht darum kümmern. Das erleichtert ihm die Arbeit enorm“, sagt Deibler. Die Landwirte seien auch froh, wenn sie nicht ständig irgendwelche Termine im Auge behalten müssen, zum Beispiel wann ein Darlehen abläuft oder eine Bilanz vorgelegt werden muss. „Die Kunden schätzen es, wenn wir sie hier begleiten und rechtzeitig auf die Termine aufmerksam machen.“
Über die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen sei bereits seit zehn Jahren und länger im Team. „Wer zehn Jahre lang einen Kunden betreut, der kennt dessen Familie, den Betrieb, den Maschinenbestand, den Stall und den Tierbestand. Mit der Zeit entwickelt sich ein richtiges Vertrauensverhältnis zu den Landwirten“, berichtet Deibler. Das liege auch an der Expertise seines Teams. „Wenn die Kunden spüren, dass wir uns annähernd auf ihrer fachlichen Ebene bewegen und für sie mitdenken, dann fühlen sie sich bei uns gut aufgehoben.“ Oft stünden bei Gesprächen mit der Bank sogar fachliche Themen im Vordergrund und nicht Finanzierungsfragen. „Ich hatte erst kürzlich einen Anruf von einem Landwirt, der nicht wissen wollte, ob er sich diese Investition leisten kann, sondern ob ich es für sinnvoll halte, dass er diese Investition tätigt.“
Chancen in der Landwirtschaft sind nach wie vor groß
Die Beschäftigung mit fachlichen Themen weit über Finanzierungsfragen hinaus hilft Deibler und seinem Team auch dabei, die Entwicklung der Landwirtschaft und die zukünftigen Chancen besser einzuschätzen. Zwar gingen Investitionen immer mit Risiken einher, aber die Landwirte, die weitermachen wollen, seien sehr gut aufgestellt und bereit, neue Wege zu gehen. Deibler nennt ein Beispiel aus dem ökologischen Ackerbau. Es werde immer schwieriger, Arbeitskräfte anzuwerben, die Unkraut hacken. „Auch diese Menschen finden immer häufiger besser bezahlte Jobs. Deshalb erwarten sie eine höhere Entlohnung oder kommen gar nicht mehr“, sagt Deibler. Die Arbeit könne aber auch ein vollautomatischer Hackroboter übernehmen, der theoretisch 24 Stunden am Tag über den Acker fahren kann. „So ein Roboter kostet je nach Größe und Ausstattung bis zu 200.000 Euro, aber er amortisiert sich nach drei bis vier Jahren“, sagt Deibler. Es erfordere jedoch auch Mut, sich neuer Technik zu stellen. Seine über 20-jährige Erfahrung als Agrarkundenberater der Raiffeisen-Volksbank Ries – davon zehn Jahre im Großkreditgeschäft – lehrt Deibler jedoch eines: „Wer bereit ist, in seine Zukunft zu investieren, für den sind die Chancen in der Landwirtschaft mega groß.“
VR-Bank Rottal-Inn: Der langfristige Erhalt der Betriebe steht im Vordergrund

Florian Feldl-Mückenhausen, stellvertretender Vertriebsdirektor Firmenkunden und Geschäftsfeldverantwortlicher Agrar bei der VR-Bank Rottal-Inn. Foto: VR-Bank Rottal-Inn
Zukunftsorientierung ist auch bei der VR-Bank Rottal-Inn ein wichtiges Stichwort für die Betreuung der Agrarkunden. „Unser Fokus liegt auf der Finanzierung wirtschaftlich nachhaltiger Investitionen, um die Weiterführung der Betriebe langfristig zu sichern, und zwar nicht nur für die nächsten fünf Jahre, sondern für die nächste Generation“, sagt Florian Feldl-Mückenhausen, stellvertretender Vertriebsdirektor Firmenkunden und Geschäftsfeldverantwortlicher Agrar bei der VR-Bank Rottal-Inn. Das Potenzial sei da: „Die Landwirtschaft sei für die VR-Bank Rottal-Inn eine sehr wichtige Branche, zumal das Geschäftsgebiet stark landwirtschaftlich geprägt ist. Wir haben bei uns in der Region viele landwirtschaftliche Betriebe, die innovativ sind und in ihre Zukunft investieren. Deshalb sehen wir hier weiterhin eine sehr gute Geschäftsentwicklung und eine hohe Nachfrage nach Finanzierungslösungen.“
Wichtiges Geschäftsfeld Erneuerbare Energien
Die Bank legt dabei großen Wert darauf, ihre Agrarkunden ganzheitlich zu beraten, insbesondere in den klassischen Feldern Finanzierung, Anlagen, Altersvorsorge, Absicherung und Förderung. Genauso wichtig sei es aber, die Landwirte bei Innovationen und der Digitalisierung zu unterstützen – und bei der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen, wenn die Landwirte sich diversifizieren wollen. Ein wichtiges Geschäftsfeld für Landwirte sind etwa die Erneuerbaren Energien. Feldl-Mückenhausen sieht darin viel Potenzial für die Landwirte. „Mit Agri-Photovoltaik können die Landwirte zum Beispiel zusätzliche Einnahmen generieren, indem sie den Strom entweder selbst vermarkten oder die PV-Anlagen auf ihren Flächen zum Beispiel an eine Energiegenossenschaft verpachten. Gleichzeitig müssen sie die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche nicht aufgeben“, sagt der Agrarberater (siehe dazu auch den „Profil“-Artikel „Agri-PV: Ein Gewinnermodell für alle Beteiligten“ in Ausgabe 11/2024).
Um solche Projekte auf Augenhöhe beraten zu können, braucht es Spezialwissen. Deshalb kümmern sich bei der VR-Bank Rottal-Inn nicht nur zwei eigens geschulte Agrarkundenberater um die Belange der Landwirte, sondern bei Bedarf auch drei Spezialisten für Erneuerbare Energien. „Die Landwirtschaft soll immer effizienter wirtschaften und dabei immer noch ökologischer werden. Um dies realisieren zu können, stehen wir unseren Agrarkunden in allen Belangen vollumfänglich zur Seite“, betont Feldl-Mückenhausen.
Landwirte wagen sich an innovative Geschäftsmodelle
Mit der Vernetzung der Bereiche Landwirtschaft und Erneuerbare Energien bildet die VR-Bank Rottal-Inn den Bedarf der Landwirte ab. Viele von ihnen betreiben auch eine Biogas-Anlage und Photovoltaik-Anlagen. Wenn für diese Anlagen die EEG-Förderung ausläuft, geht es darum, eine Anschlussförderung zu finden, damit die Anlagen weiterbetrieben werden können. „Auch hier arbeiten unsere Spezialisten für Erneuerbare Energien eng mit unseren Landwirtschaftsberatern zusammen, um für unsere Kunden das optimale Ergebnis zu erzielen“, sagt Feldl-Mückenhausen.
Ebenfalls ein interessantes Geschäftsfeld für Landwirte ist der Betrieb von Wärmenetzen, die dafür zum Beispiel die Abwärme ihrer Biogas-Anlagen nutzen können oder Hackschnitzel aus ihrem eigenen Wald. Auch dazu hat die Bank Expertise aufgebaut. Die VR-Bank Rottal-Inn ist aber auch offen für ganz neue Geschäftsmodelle in der Landwirtschaft. „Wir wollen unsere Agrarkunden bei der Transformation ihrer Betriebe ganzheitlich begleiten. Aktuell begleiten wir beispielsweise auch die Finanzierung einer Madenzucht für die Eiweißerzeugung“, erzählt der Agrarberater.

Externer Inhalt
Nach Ihrer Einwilligung werden Daten an YouTube übertragen.
Im Bereich der Erneuerbaren Energien unterstützt die VR-Bank Rottal-Inn ihre Landwirte seit Jahrzehnten bei der Umsetzung von Projekten der Stromerzeugung. Mit Agri-PV-Anlagen ergeben sich weitere Potenziale für Landwirte. Diese können das Beste aus beiden Welten vereinen, die Landwirtschaft weiter betreiben und gleichzeitig mit der Stromerzeugung Geld verdienen. Video: VR-Bank Rottal-Inn
Intensiver Austausch mit den Landwirten
Landwirte, die regelmäßig investieren, hätten in der Regel ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie sie ihren Betrieb weiterentwickeln wollen. „Sie machen sich Gedanken, wie sie sie ihre Zukunft gestalten wollen. Sie investieren nicht blind, sondern mit Bedacht“, sagt Feldl-Mückenhausen. Um solche Kunden auf Augenhöhe begleiten zu können, pflegt die Bank einen intensiven Austausch. „Das ist wirklich ein enger Kontakt. Mit vielen unserer Agrarkunden telefonieren wir mindestens 14-tägig, um abzufragen, was alles ansteht. Vor allem bei den großen Betrieben steht eigentlich immer eine Investition an. Zudem besuchen wir die Landwirte auf ihrem Hof, damit wir uns selbst einen Eindruck verschaffen können. So entstehen oft enge Beziehungen“, sagt Feldl-Mückenhausen.
Die Nähe zu ihren Kunden pflegt die VR-Bank Rottal-Inn dabei weit über die normalen Geschäftskontakte hinaus. Feldl-Mückenhausen nennt einige Beispiele: „Wir sind auf Hoffesten mit eigenen VR-Bank-Ständen präsent und tauschen uns dort intensiv mit unseren Kunden aus. Zudem organisieren wir zum Beispiel in Kooperation mit dem Maschinenring regelmäßig Ausflüge mit Landwirten, um innovative landwirtschaftliche Projekte mit ihnen zu besichtigen und um ganz einfach Zeit mit ihnen zu verbringen. Wenn man den ganzen Tag zusammen verbringt und im Bus sitzt, dann unterhält man sich mit den Landwirten ganz anders als bei einem Geschäftstermin“, sagt Feldl-Mückenhausen. Auch auf landwirtschaftlichen Veranstaltungen zeigt die Bank regelmäßig Präsenz, zum Beispiel auf den Jahreshauptversammlungen des Maschinenrings oder von genossenschaftlichen Erzeugergemeinschaften.
Um die Landwirte zu entlasten, pflegt die VR-Bank Rottal-Inn zudem einen engen Kontakt mit weiteren Stellen, um offene Fragen zu klären oder Sachverhalte abzuwägen. „Das kann die Förderstelle sein oder der Steuerberater des Landwirts, am Ende geht es um das kollegiale Zusammenspiel aller Kräfte, um dem Kunden das Leben so einfach wie möglich zu machen“, sagt Feldl-Mückenhausen. Denn auch die bürokratischen Lasten der Landwirte steigen immer weiter an. „Die Vorstellung, dass der Landwirt einen Nachmittag in der Woche im Büro verbringt und den Rest der Zeit auf dem Feld, die ist leider hoffnungslos veraltet“, sagt der Agrarkundenberater.

Ein Sonnenblumenfeld bei Bad Birnbach: Der Anbau neuer Feldfrüchte kann für Landwirte ein Weg sein, sich weitere Absatzmärkte zu erschließen. Die VR-Bank Rottal-Inn hält engen Kontakt zu ihren Agrarkunden, um diese auf ihrem Weg in die Zukunft zu begleiten. Foto: mauritius images / Wolfgang Weinhäupl / imageBROKER
Niemand kann von Luft und Liebe leben
Ein Beispiel für die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an die Landwirtschaft ist die EU-Taxonomieverordnung. Sie enthält Kriterien zur Einstufung, wie ökologisch nachhaltig („taxonomiekonform“) eine Wirtschaftstätigkeit ist. Ziel der EU war es, mit der Taxonomie mehr Transparenz zu schaffen, um private Investitionen in grüne und nachhaltige Projekte zu fördern. Die Banken sind gehalten, solche Angaben bei ihren Kunden abzufragen. „Die EU-Taxonomie gewinnt natürlich auch für unsere landwirtschaftlichen Kunden zunehmend an Bedeutung. Die Betriebe sind immer mehr gezwungen, ihre Produktionsmethoden und Investitionsentscheidungen nachhaltiger auszurichten, um die ökologischen Standards der Regulatorik zu erfüllen“, erklärt Feldl-Mückenhausen. Darunter dürfe jedoch nicht die Wettbewerbsfähigkeit leiden. „Deshalb ist es wichtig zu identifizieren, welche Investitionen sinnvoll sind, da nicht jeder Betrieb gleich ist“, betont der Agrarkundenberater. Denn am Ende, und das ist Feldl-Mückenhausen wichtig zu betonen, müssen sich Investitionen eben sowohl ökologisch als auch ökonomisch rechnen. „Am Schluss müssen wir alle Geld verdienen. Niemand kann von Luft und Liebe leben, auch nicht in der Landwirtschaft.“