Botschafter: Die VR-Bank Mittelfranken Mitte nimmt das Internationale Jahr der Genossenschaften zum Anlass, um für die genossenschaftliche Idee zu werben. Was plant sie?
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Die Bilanzzahlen 2024 der bayerischen VR-Banken in den Medien
Am 17. März hat der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) über die wesentlichen Bilanz- und Ergebniszahlen der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken im vergangenen Geschäftsjahr informiert. Neben dem Zahlenwerk stand weiter die Sanierung der BayWa im Fokus des Medieninteresses. Es berichteten die „Deutsche Presse-Agentur“, die „Börsen-Zeitung“, „Süddeutsche Zeitung“, „Münchner Merkur“, „Frankenpost“ sowie zahlreiche Online-Medienportale. Zum genauen Inhalt der Bilanz-Konferenz siehe auch der „Profil“-Artikel „Solides Wachstum bei Firmen- und Privatkunden“ in dieser Ausgabe.
Die Nachrichtenagentur „dpa“ meldete, dass die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken die Wirtschaftskrise und die Finanzprobleme der BayWa bislang ohne größere Schäden überstanden hätten. „Wir spüren die aktuellen Rahmenbedingungen, aber wir können auf ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Jahr zurückblicken“, wird GVB-Präsident Stefan Müller zitiert.
Die Krise des Agrarhandelskonzerns BayWa habe die Gewinne der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken stark belastet, schreibt die „Börsen-Zeitung“. Das Ergebnis vor Steuern sei um zwölf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gesunken, da Abschreibungen auf Firmenkredite nötig gewesen seien. Die Banken hätten zur Rettung der BayWa Überbrückungshilfen von über einer Milliarde Euro bereitgestellt. Laut GVB-Präsident Stefan Müller sei die Stabilität der Banken jedoch nicht gefährdet. Auch Vorstandsmitglied Alexander Leißl wird im Artikel zitiert: Er bewerte bewertete die Belastungen infolge der BayWa-Sanierung für die Finanzgruppe als „sehr verkraftbar“.
Der geplante Verkauf der Mehrheit an der Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa Re stand im Fokus des Artikels, der im „Handelsblatt“ im Nachgang zur Pressekonferenz erschien. Es sei eine alternative Lösung gefunden worden: Die Tochter erhalte eine Finanzierung von 435 Millionen Euro durch Gesellschafter und Banken. Die BayWa wolle die Anteile auf eine Beteiligungsmanagement-Gesellschaft übertragen, wodurch die Tochter nicht mehr in der Bilanz konsolidiert werden müsse und das Eigenkapital positiv bleibe. Der Konzern mache Fortschritte bei der Sanierung, unter anderem durch Stellenabbau und Kostensenkungen, schreibt die Wirtschaftszeitung.
„Genossenschaftsbanken trotzen der Krise“, betitelt die „Süddeutsche Zeitung“ ihren Artikel über die Bilanz-Pressekonferenz. Die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen beeinträchtige zwar die 180 bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken, besonders die andauernde BayWa-Sanierung habe die Banken zu höheren Wertberichtigungen gezwungen. „Wir spüren die aktuellen Rahmenbedingungen, aber wir können auf ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Jahr zurückblicken", wird GVB-Präsident Stefan Müller im „Münchner Merkur“ zitiert. Zwar sei der Jahresüberschuss der bayerischen Kreditgenossenschaften um sechs Prozent auf 454 Millionen Euro gesunken, das Kreditvolumen jedoch um 2,7 Prozent auf 142 Milliarden Euro angestiegen.
Die „Frankenpost“ beschäftigt sich in ihrem Artikel zum Jahresergebnis der bayerischen VR-Banken auch mit der im Verbreitungsgebiet liegenden Raiffeisenbank Thurnauer Land. Sie befinde sich zwar unter Beobachtung, schreibt die Zeitung, gelte jedoch laut GVB-Vorstandsmitglied Alexander Leißl „aktuell nicht als Sanierungsfall“. Fusionsgespräche mit der VR-Bank Oberfranken Mitte würden derzeit laufen, zudem wolle der Bundesverband seine Sicherungssysteme überprüfen. Insgesamt hätten sich die bayerischen VR-Banken 2024 in einem schwierigen Umfeld gut behauptet.
Pressemitteilung zur LfA-Förderbilanz
Im Jahr 2024 haben die bayerischen Genossenschaftsbanken Förderkredite der LfA Förderbank Bayern in Höhe von knapp 510 Millionen Euro zugesagt. Mit mehr als 2.000 Zusagen für Mittelstand und Selbstständige in Bayern haben sie im vergangenen Jahr wieder mehr als die Hälfte der insgesamt bewilligten LfA-Programmkredite vergeben.
„Fördermittel der LfA lohnen sich – egal ob es um Investitionen in Innovation und Wachstum oder Energieeffizienz geht. Das Gleiche gilt auch für die Finanzierung von Unternehmensnachfolgen oder Betriebsmittelbedarf. Durch unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken helfen wir gemeinsam dabei, den Wirtschaftsstandort Bayern langfristig zu stärken. Damit künftig noch mehr bayerische Betriebe von den Vorteilen passgenauer Finanzierung zu attraktiven Konditionen profitieren können, bauen wir unser Förderangebot in diesem Jahr weiter aus“, erklärte Bernhard Schwab, Vorstandsvorsitzender der LfA.
Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, ergänzte: „Die Volks- und Raiffeisenbanken kennen als Hausbanken vieler Mittelständler deren Finanzierungsbedürfnisse und beraten sie zielgerichtet zu Förderkrediten. Damit stellen die Institute sicher, dass die Fördermittel der LfA dort ankommen, wo sie benötigt werden. So sorgt die bewährte Kooperation mit der LfA für Innovation und Beschäftigung im Freistaat.“
Erfolg für den GVB: Bayerisches Beteiligungsgesetz wird überarbeitet
Mit dem bayerischen Beteiligungsgesetz soll die Akzeptanz der Energiewende im Freistaat gestärkt und die Klimaneutralität vorangetrieben werden. Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) begrüßt dies, zeigte sich aber enttäuscht über wesentliche Defizite des vorliegenden Gesetzentwurfs. Bei einem Fachgespräch im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags, bei dem auch Daniel Caspari als Experte des GVB vertreten war, stieß der Entwurf nun auf breite Kritik der Verbände. Energiegenossenschaften werden im Entwurf nicht als vollwertige Beteiligungsakteure anerkannt und somit echte Bürgerbeteiligung eingeschränkt. Daher hat der Wirtschaftsausschuss den Entwurf zur Überarbeitung an das Bayerische Wirtschaftsministerium zurückgegeben. Dies ist ein Erfolg für den GVB sowie die Interessen seiner Mitglieder.
Der GVB hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt dafür eingesetzt, das Gesetz so nicht zu verabschieden, zuletzt in einer Pressemitteilung. In dieser geht es unter anderem darum, dass nach aktueller Rechtslage Bürgerenergiegenossenschaften an Energieprojekten ohne Einschränkung beteiligt werden können. Dabei bringen sie Eigenkapital ein und haben auch Mitsprache.

Der GVB forderte eine Neuausrichtung des Bürgerbeteiligungsgesetzes. Nach einem Fachgespräch im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags wird der Entwurf zur Überarbeitung an das Bayerische Wirtschaftsministerium zurückgegeben.
Die aktuelle Regelung schränkt die Möglichkeiten der echten Bürgerbeteiligung ein, anstatt sie zu fördern. Daher lehnt der GVB diese ab. Hier sei eine umfassende Überarbeitung erforderlich, hob der Verband in seiner jüngsten Pressemitteilung hervor. „Die regionale Verwurzelung und das fachliche Know-how der Energiegenossenschaften sind unverzichtbar für eine nachhaltige Energiewende in Bayern“, betonte GVB-Präsident Stefan Müller. „Es kann nicht sein, dass in einem Gesetz, das die Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt stellen will, diese essenziellen Akteure lediglich als eine Möglichkeit unter vielen genannt werden. Wir fordern stattdessen eine gesetzliche Neuausrichtung, die den Beitrag der Energiegenossenschaften als Goldstandard würdigt. Energiegenossenschaften müssen als gleichberechtigter Partner neben Gemeinden und einzelnen Bürgerinnen und Bürgern positioniert sein.“
Im aktuellen Entwurf, der nun überarbeitet werden soll, lag der Fokus primär auf einer Zahlung an die Gemeinden. Damit wurde jedoch übersehen, dass in Bayern bereits über 350 Energiegenossenschaften mit rund 40.000 aktiven Mitgliedern einen erheblichen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien leisten. „Energiegenossenschaften verkörpern den echten Geist der Bürgerbeteiligung“, erklärte Müller: „Sie schaffen es, finanzielle Beteiligung, Mitspracherechte und lokales Engagement in einem Modell zu vereinen, das weit über rein monetäre Ansätze hinausgeht. Energiegenossenschaften sind der Goldstandard echter Bürgerbeteiligung. Dieser ganzheitliche Ansatz muss auch im Gesetz verankert und gefördert werden.“
Ein weiterer Kritikpunkt des GVB betraf die finanzielle Komponente des Gesetzentwurfs. Die Beteiligungshöhe muss auf die Investitionssumme bezogen werden, da echte Bürgerbeteiligung zu Beginn einer Investition erfolgt. Hier können sich die Bürgerinnen und Bürger bereits mit geringen Investitionssummen, beispielsweise bereits ab 150 Euro, langfristig an einem Energieprojekt beteiligen.
Stattdessen wurde in dem Gesetzentwurf nur von einer Vergütung in Bezug auf die jährlich erzeugte Strommenge gesprochen. Dies ist eine Entschädigungszahlung, aber keine echte Bürgerbeteiligung. Außerdem würde die derzeit vorgesehene Vergütung von 0,3 Cent pro Kilowattstunde nach den Berechnungen des Verbands lediglich zu einer durchschnittlichen jährlichen Auszahlung von rund 4,08 Euro pro Kopf und pro Jahr führen, wenn die Gemeinden davon 0,2 Cent erhalten. „Ein derart geringer Betrag ist schlichtweg nicht ausreichend, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu fördern und die notwendigen Anreize zu setzen“, betonte Müller. „Es ist an der Zeit, die Vergütungsmodelle so anzupassen, dass sie den tatsächlichen Mehrwert und die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger widerspiegeln. Ansonsten werden wir keine ausreichende Akzeptanz für die Energiewende in Bayern schaffen.“
In dem Gesetz sollte klar zwischen einer Vergütung für die Gemeinden und einer Bürgerbeteiligung unterschieden werden. Dabei darf es keine Begrenzung für eine echte Bürgerbeteiligung geben. Hier sollten die Vorhabenträger mit Energiegenossenschaften oder Bürgern gemeinsam eine geeignete Lösung verhandeln können.
Ziel müsste es sein, ein Beteiligungsmodell zu etablieren, das den realen Anforderungen der Energiewende gerecht wird und alle relevanten Akteure – insbesondere die Energiegenossenschaften – als gleichberechtigte Partner integriert.
Themenspiegel: Gute Zahlen und Genossenschaftsjahr
In der März-Ausgabe des „Themenspiegels“ geht es um die Bilanz 2024, einen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr für die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken. Außerdem äußert sich der ehrenamtliche GVB-Verbandspräsident Gerhard Walther zum Internationalen Jahr der Genossenschaften.

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Ein Rückblick auf das Geschäftsjahr 2024 der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und ein Interview mit dem ehrenamtlichen Verbandspräsidenten Gerhard Walther zum Internationalen Jahr der Genossenschaften sind die Themen des GVB-Themenspiegels vom 24. März 2025.